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Kein mühsames pumpen mehr: Elektrischen Milchpumpen sei Dank!

Die Umstellung zur Mutter ist für viele Frauen nicht ganz leicht. Plötzlich sind sie an das Baby gekettet, müssen immer darauf achten, dass es rechtzeitig gestillt wird und können nicht einmal für ein paar Stunden ausgehen oder Teilzeitarbeiten – zumindest dann nicht, wenn die Mutter ihr Kind mit der bestmöglichen Nahrung versorgen möchte: Muttermilch. Zum Glück gibt es inzwischen die elektrische Milchpumpe, die der jungen Mutter eine weit größere Freiheit ermöglicht.

Die elektrische Milchpumpe

Frau verwendet eine elektrische Milchpumpe

Die Mutter kann Muttermilch im Voraus abpumpen und das Baby ist so auch bei kurzen Trennungen perfekt versorgt. Muttermilchpumpen sind keine neue Erfindung, denn es gibt sie bereits seit 1855. Damals bestand die Pumpe lediglich aus einer Glastrompete mit Ausbuchtung, um die Milch aufzufangen, und einem Saugball, der von Hand gedrückt wurde, um einen Unterdruck zu erzeugen.

Noch immer gibt es Pumpen, die mit dem Saugballpatent arbeiten, jedoch sind sie in ihrer Effektivität stark eingeschränkt.

1927 wurde das Patent auf die erste elektrische Milchpumpe angemeldet und damit trat die Milchpumpe in eine neue Ära. Die heutige elektrische Milchpumpe ist weit entwickelt und bietet der Mutter einen hohen Komfort beim Abpumpen.

Die elektrische Milchpumpe ist einfach zu bedienen, leicht zu reinigen und ermöglicht ein gleichmäßiges und vollständiges Abpumpen. Durch die geringe Lautstärke ist dies überall und diskret möglich, auch am Arbeitsplatz oder auf einer öffentlichen Toilette.

Die Funktionsweise der elektrischen Milchpumpe

Die elektrische Milchpumpe besitzt eine Brustglocke, die aus Glas oder Kunststoff besteht und auf die Brust aufgesetzt wird und die den Saugaufsatz bildet, ein daran befestigtes, abnehmbares Fläschchen, das dem Auffang der Muttermilch dient und ein kleines Pumpgerät, das mit Strom (Netzteil oder Akku/Batterien) betrieben wird.

Bei der Brustglocke muss auf eine genaue Passform geachtet werden. Die Brustglocke muss die Brustwarze eng umschließen, aber ausreichend Bewegungsfreiheit bieten, damit sich die Brustwarze beim Abpumpen vor- und zurückbewegen kann. Sie sollte aus möglichst weichem Kunststoff gefertigt sein, da sie dadurch die Brust am wenigsten belastet.

Durch einen rhythmischen Unterdruck wird der Milchfluss angeregt und die Milch kann abgesaugt werden. Je nach Modell sind verschiedene Stärken und/oder Saugrhythmen einstellbar. Nicht jeder Rhythmus oder jede Saugstärke passt für jede Frau.

Während des Pumpvorganges ist ein rhythmisches Brummen zu hören, das je nach Modell unterschiedlich laut ausfallen kann. Einige Hersteller werben mit leiseren Modellen, die diskreter einsetzbar sind.

Eine elektrische Milchpumpe mit Speicher kann auch als Handpumpe verwendet werden, wenn ein stärkeres Vakuum erwünscht wird, als die Regulierung bieten würde. Dadurch kann die Milch aus den hinteren Drüsen besser abgepumpt werden.

Eine elektrische Milchpumpe mit voreingestelltem Rhythmus hat meist nur einen Saugzyklus von 33 Zyklen in der Minute. Sie ist entsprechend nicht für die regelmäßige Anwendung gedacht, sondern kann zum Einsatz kommen, wenn ein Baby einmal eine Mahlzeit auslässt und die Mutter Erleichterung für die schon prall gefüllten Brüste braucht. Auch zum Absaugen der Restmilch nach dem Stillen kann diese elektrische Milchpumpe eingesetzt werden.

Einsatzbereiche elektrischer Milchpumpen

Eine elektrische Milchpumpe wird eingesetzt, um ein durchgängiges Leeren der Brüste zu ermöglichen. Insbesondere wenn ein Kind nicht gestillt werden kann oder darf, beispielsweise wegen einer Erkrankung von Mutter oder Kind, oder wenn ein Kind nur aus einer Brust trinken mag, kann damit die überschüssige Milch abgepumpt werden. Wenn eine längere Trennung von Mutter und Säugling ansteht, kann im Voraus Muttermilch abgepumpt und eingefroren werden.

lachende junge Frau

Reguläre Einsatzgebiete sind zum Beispiel die Dauer der Arbeitszeit, Reisen ohne das Baby, kürzere sonstige Trennungen von dem Säugling oder medizinisch begründete Stillpausen. Insbesondere wenn das Neugeborene ein Frühchen ist und erst im Krankenhaus bleiben muss, ist es wichtig, den normalen Milchfluss schon während der Trennung anzuregen und aufrecht zu erhalten.

Medizinische Indikationen für eine elektrische Milchpumpe sind eine zu schwache Milchproduktion, die durch das häufige, vollständige Abpumpen angeregt werden kann, eine Trinkschwäche oder eine zu schwache Saugleistung des Neugeborenen, bei der Zufüttern hilft, bei stark wunden Brustwarzen, die ein natürliches Stillen kurzfristig unmöglich machen, und wenn Medikamente eingenommen werden, die dem Baby durch die Muttermilch schaden würden.

Im letzten Fall muss die abgepumpte Milch selbstverständlich entsorgt werden. Eine weitere wichtige Indikation sind Entzündungen der Brust, dann muss die Brust stets vollständig entleert werden und die Mutter sollte nach dem Stillen die eventuell in der Brust verbliebene Restmilch aus den hinteren Drüsen abpumpen. Vorbeugend kann die elektrische Milchpumpe gegen einen Milchstau helfen.

Ungefähr 10 % aller Frauen haben Hohl-, Schlupf- oder Flachwarzen, die dem Baby das Ansaugen der Brustwarze schwer bis unmöglich machen können. Einige Babys kommen mit diesen Brustwarzenformen zurecht, andere schaffen es nicht, aus ihnen zu trinken. Schafft das Baby es nicht und bieten Brustwarzenformer keine Alternative, kann mit einer elektrischen Milchpumpe auch ohne Stillen die Versorgung mit der wichtigen Muttermilch sichergestellt werden.

Auch bei anderen Problemen wie einem Stillstreik des Säuglings oder wenn die Mutter sich in der Öffentlichkeit geniert, ihr Baby zu stillen, kann abgepumpt werden.

Produziert die Mutter zu viel Milch für ihr Baby, kann eine elektrische Milchpumpe den Überschuss abpumpen und auch unterwegs Erleichterung verschaffen. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die Brüste nicht auslaufen, wenn sie übervoll werden, sondern die Milch ganz einfach abgepumpt und die Brüste entspannt werden können.

Das regelmäßige Abpumpen durch die elektrische Milchpumpe gewährleistet ein Erhalt der Milchleistung, so dass nach der Trennung oder der Erkrankung normal weitergestillt werden kann. Außerdem kann auf die Art ein größerer Vorrat für eventuelle Notfälle wie Krankheiten oder Medikamenteneinnahme der Mutter angelegt werden.

Wird das Kind älter und fängt an, Brei zu essen, kann der Brei mit abgepumpter Muttermilch zubereitet werden, statt auf eine Folgemilch zurückzugreifen. Dies ist für das Kind eine gesunde und für die Mutter eine kostenlose Alternative zu Fertignahrung. Zudem hat dann das ungewohnte Essen zumindest eine geschmackliche Ähnlichkeit mit der bisher gewohnten Milch und wird auch besser verträglich.

Ob eine Doppelmilchpumpe oder Einseitige zu empfehlen ist, hängt von dem Einsatzgebiet und dem Alter des Kindes ab. Ist das Kind neu geboren oder ein Frühchen und trinkt noch nicht ausreichend stark bzw. soll aus anderen Gründen länger vollständig abgepumpt werden, ist eine Doppelpumpe zu empfehlen. Für einen gelegentlichen oder vorübergehenden Einsatz kann auf die günstigere einseitige elektrische Milchpumpe zurückgegriffen werden.

Anwendung

elektrische MilchpumpeDie elektrische Milchpumpe ahmt den Saugrhythmus des Babys nach. Dieser Rhythmus stimuliert Milchfluss und -menge. Beim Abpumpen sollte daher auf die Simulation der Stillzyklen geachtet werden.
Optimal ist eine entspannte Atmosphäre, in der die Mutter sich voll und ganz auf das Abpumpen konzentrieren kann. Begonnen wird mit gründlichem Händewaschen, danach sollten die Brüste kurz und sanft massiert werden.

Auch ein sanftes Streicheln, sodass die Brustwarzen sich aufrichten, ist hilfreich. Anschließend kann die Mutter sich leicht vorbeugen und die Brüste ein wenig schütteln, das lässt die Milch in die sogenannten Milchseen fließen. Nach dieser Vorbereitung beginnt der eigentliche Abpumpprozess, vor dem die Brustwarzen angefeuchtet werden sollten, damit die Saugglocke besser hält. Alternativ kann auch die Brustglocke selbst an den Rändern angefeuchtet werden.

Sollten die Brustwarzen wund sein, wird mit dem Abpumpen an der weniger schmerzhaften Brustseite gestartet. Die Brustwarze muss sich in der Mitte der Saugglocke befinden, dafür wird die elektrische Milchpumpe zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten und die Brust mit einer Handfläche abgestützt. So kann die Brustglocke perfekt platziert werden.

Am Anfang wird eine hohe Zyklenzahl aber die geringste Vakuumstufe eingestellt. Die Einstellungen sollten bei ungefähr 120 Saugzyklen in der Minute und 50 mmHg liegen. Sobald die Milch in ausreichender Stärke in die elektrische Milchpumpe fließt – es kann durchaus bis zu drei Minuten dauern, ehe die Milch überhaupt zu fließen beginnt-, werden die Saugzyklen reduziert und das Vakuum auf die höchste für die Mutter noch angenehme Stufe gestellt.

Dann sollten die Saugzyklen auf circa 60 in der Minute gedrosselt werden. Das Wohlbefinden der Mutter spielt eine große Rolle, das Abpumpen darf weder unangenehm noch zu schmerzhaft sein. Am besten wird das Vakuum erhöht, bis es sich nicht mehr angenehm anfühlt und danach wieder reduziert. Sollte sich während des Abpumpens der Milchfluss reduzieren, wird wieder mit einem höheren Saugzyklus und einem geringeren Vakuum der Milchfluss angeregt.

Auch eine Massage während des Absaugens kann den Milchfluss verstärken. Im Anschluss an das Abpumpen sollten die Brustwarzen an der Luft trocknen.

Soll nur eine Brust abgepumpt werden, weil dort beispielsweise eine Entzündung vorliegt oder der Säugling sich weigert, von einer Seite zu trinken oder nach dem Trinken aus einer Brust bereits ausreichend gestillt ist, kann gleichzeitig zum Saugen des Kindes die andere Seite durch eine elektrische Milchpumpe geleert werden. Dies regt den Milchfluss noch einmal extra an, da die innige Nähe zum eigenen Kind die Milch besser fließen lässt.

Fließt die Milch nicht ausreichend, kann mit einer vorbereitenden Brustmassage oder warmen Wickeln nachgeholfen werden. An das eigene Baby zu denken, sich Tonbandaufnahmen des Babygeschreis anzuhören oder sich Fotos von dem eigenen Baby anzusehen, führt ebenfalls zu einem stärkeren Milchfluss.

Trotz der einfachen Bedienbarkeit, die eine elektrische Milchpumpe bietet, muss das richtige Abpumpen von der Mutter erst erlernt werden. In der ersten Zeit kann es durchaus zu Schwierigkeiten damit kommen oder die Milchmenge nicht zufriedenstellend ausfallen. Dann sollte die junge Mutter weiter üben und vor allem auf eine entspannende Umgebung achten, die Brüste vorher und dabei sanft massieren und sich vor allem keinen Druck machen.

Klappt das Abpumpen auch nach mehreren Tagen noch nicht richtig, kann eine Stillberaterin zu Rate gezogen werden. Diese zeigt die richtige Bedienung für die elektrische Milchpumpe und gibt weitere hilfreiche Tipps.

Wenn das Abpumpen und die elektrische Milchpumpe vertraut und gewohnt sind, kann die Mutter bei einigen Modellen, die sich an der Kleidung befestigen lassen, auch normalen Tätigkeiten nachgehen und sich bewegen.

Aufbewahrung der abgepumpten Milch

Die durch die elektrische Milchpumpe gewonnene Milch sollte in sterilen, BPA-freien Flaschen oder Beuteln aufbewahrt werden, wobei die Beutel nicht aus Polyethylen bestehen sollten. Speziell für die Aufbewahrung und Einfrierung der Milch gibt es die sogenannten Muttermilchbeutel, die allen Ansprüchen Genüge tun. Alle verwendeten Behälter müssen leicht zu reinigen, gut zu verschließen, lebensmittelecht und im Zweifelsfalle sterilisierbar sein.

Am besten ist es, wenn die Milch bereits beim Abpumpen in den Aufbewahrungsbehälter gefüllt wird, damit ein späteres Umschütten mit eventueller Verschüttung oder Verunreinigung der Muttermilch entfällt. Daher kann man an die elektrische Milchpumpe die Babyflasche gleich anschließen.

Im Kühlschrank hält die Muttermilch bis zu 72 Stunden, bei Raumtemperatur circa 4 – 7 Stunden. Im Sommer bei ca. 25 Grad kann Muttermilch bereits ab 4 Stunden kippen, daher sollte sie bei höheren Temperaturen rasch verbraucht werden.

Auch ein Einfrieren ist zur längeren Konservierung möglich. Dabei ist darauf zu achten, dass die Milch sich beim Gefrieren ausdehnt. Es muss entsprechend Platz im Behälter sein, damit dieser nicht platzt. Muttermilch kann über einen Tag hinweg gesammelt und zum Aufbewahren zusammengeschüttet und erst dann eingefroren werden.

Bewährt hat es sich, kleinere Portionen von circa 60 ml einzufrieren. Dann kann je nach Bedarf aufgetaut werden und es fallen keine so großen Reste an. Es ist auch möglich, frische Muttermilch zu bereits gefrorener hinzuzugeben, solange die gefrorene Milch in der Menge überwiegt. Tiefgefroren hält sich die Muttermilch bis zu 6 Monate, danach nimmt der Vitamingehalt der Milch zu stark ab.

Schon kürzeres Einfrieren senkt den Vitamingehalt, daher sollte damit wirklich nur ein Notfallvorrat angelegt werden und die Milch ansonsten für kürzere Zeiträume lieber im Kühlschrank aufbewahrt werden. Und Achtung: Im Gefrierfach des Kühlschranks bleibt die Milch viel wärmer als in einer Tiefkühltruhe und ist dort nur ungefähr 3 bis 4 Monate haltbar.

Die Milch sollte vor dem Verfüttern sehr schonend wieder aufgetaut werden. Am besten über 24 Stunden hinweg im Kühlschrank oder über eine entsprechend kürzere Spanne in Raumtemperatur. Die Mikrowelle ist zum Auftauen von Muttermilch ungeeignet. Bei Dringlichkeit kann die Muttermilch ausnahmsweise unter fließendem, warmen Wasser aufgetaut und auf Körpertemperatur erhitzt werden. Auch mit einem Flaschenwärmer ist dies möglich.

Einmal erwärmte Muttermilch darf nicht wieder abgekühlt und erneut aufgewärmt und verfüttert werden. Daher müssen die Reste der Mahlzeit entsorgt werden. Auch darf aufgetaute Muttermilch nicht erneut eingefroren und erwärmte Milch nicht über längeren Zeitraum warmgehalten werden. Im Kühlschrank hält sich die aufgetaute Muttermilch im ungeöffneten Behälter circa 24 Stunden. Wurde das Gefäß bereits geöffnet, sollte sie innerhalb von 12 Stunden verbraucht werden.

Abpumphäufigkeit und Dauer

Das Abpumpen durch die elektrische Milchpumpe dauert je Brust ungefähr 15 Minuten. Bei einer Doppelpumpe können die ersten 10 Minuten beide Brüste gleichzeitig abgepumpt werden und danach jede Brust einzeln noch einmal 5 Minuten. Dies erhöht die Milchmenge.

Bei einer Einzelpumpe sollte jede Brust circa 15 Minuten abgepumpt werden. Damit sich dabei das wichtige Hormon Oxytocin bilden kann, sollte die erste Brust sieben Minuten abgepumpt werden, danach gewechselt, anschließend fünf Minuten und nach dem nächsten Wechsel drei Minuten.

In den ersten zehn Tagen nach der Geburt sollte acht mal täglich abgepumpt werden. Danach reichen sechs bis acht mal täglich, wobei die Nachtpause nicht länger als sechs Stunden betragen sollte. Auf diese Weise wird der Milchfluss unvermindert aufrechterhalten.

Morgens und vormittags ist der Milchfluss stärker als während dem Rest des Tages und die Neuproduktion fällt dem Körper leichter. Daher sollte die elektrische Milchpumpe vermehrt zu Tagesbeginn zum Einsatz kommen.

Ansonsten sollte bei einer Trennung von dem Baby oder bei einer Erkrankung der normale Stillrhythmus beibehalten werden, so bleiben der Milchfluss und der Hunger des Babys in einem Rhythmus. Sind Mutter und Kind zusammen, kann auch immer im Anschluss an die Mahlzeiten des Kindes abgepumpt werden. Auf diese Weise bleiben der Rhythmus von Milchproduktion der Mutter und Hunger des Kindes synchron.

Tagsüber sollte spätestens sechs Stunden nach Beendigung des normalen Stillens die elektrische Milchpumpe zum Einsatz kommen, damit der normale Milchfluss erhalten bleibt und es nicht zu einem vorzeitigen, ungewollten Abstillen kommt.

Reinigung und Hygiene

Die elektrische Milchpumpe sollte vor der ersten Nutzung gründlich ausgespült und desinfiziert werden. Nach dem Abpumpen werden alle Teile der Pumpe, die mit der Muttermilch oder der Haut in Kontakt gekommen sind, ausgespült und mit Spülmittel gereinigt.

Einige Modelle kann man vollständig mit Desinfektionstüchern abwischen, andere auskochen oder in der Mikrowelle in dafür vorgesehenen Säckchen dampfsterilisieren. Dies muss nicht nach jeder Nutzung gemacht werden.

Bei einer gesunden Mutter und einem gesundem Baby reicht eine Sterilisation alle zwei Tage. Auf eine penible Hygiene für die elektrische Milchpumpe ist trotzdem zu achten. Sind Mutter oder Baby krank, sollte die elektrische Milchpumpe nach jedem Gebrauch vollständig sterilisiert werden.

Vorteile elektrischer Milchpumpen

Schöne Frau lächelndIm Gegensatz zu Handpumpen arbeitet die elektrische Milchpumpe zeitsparend und effektiver. Durch das gleichzeitige Abpumpen beider Brüste wird der Zeitaufwand noch einmal reduziert und zudem steigt die Milchleistung.

Bei gleichzeitigem Abpumpen durch eine elektrische Milchpumpe kann der Milchertrag um bis zu 18 Prozent erhöht werden gegenüber einem einseitigen Abpumpen. Der Zeitaufwand reduziert sich bei ausschließlichem Abpumpen durch eine doppelseitige elektrische Milchpumpe um circa zwei Stunden am Tag, ist also ein wichtiger Faktor.

Die Absaugung durch eine elektrische Milchpumpe erfolgt im Gegensatz zu der Absaugung mit einer Handmilchpumpe schonender, gleichmäßiger und vollständiger, was sich positiv auf die Gesundheit der Mutter auswirkt. Das automatische Absaugen macht das Abpumpen für die Mutter einfacher als mit einer Handpumpe und damit den gesamten Vorgang stressfreier.

Eine elektrische Milchpumpe pumpt vollautomatisch und die Mutter muss sich nicht beispielsweise mitten in der Nacht körperlich betätigen, um die Milch von Hand abzupumpen. Außerdem muss sich die Mutter nicht so stark nach vorne beugen bzw. tut dies beim Pumpen nicht automatisch, was Rückenschmerzen vorbeugen kann.

Die elektrische Milchpumpe ist im Gegensatz zur Handpumpe mit einer Hand bedienbar und einige Modelle können an der Kleidung befestigt werden. Die Mutter hat also während des Abpumpens mindestens eine Hand frei und kann dadurch einer weiteren Tätigkeit nachgehen oder beispielsweise auch lesen oder telefonieren.

Das Abpumpen durch eine elektrische Milchpumpe wird zudem von vielen Frauen nach der Anfangsphase als sehr angenehm empfunden. Dies führt dazu, dass die Stillzeit unter Umständen verlängert wird, was sich positiv auf die Entwicklung des Kindes auswirken kann.

Bei einigen Modellen sind zudem die Knöpfe beleuchtet, sodass die elektrische Milchpumpe auch im Dunkeln verwendet werden kann. Dies erleichtert die nächtliche Bedienung und der Raum muss für das Abpumpen auch bei eventuell anwesenden schlafenden Personen nicht verlassen werden.

Natürlich bietet die elektrische Milchpumpe auch alle Vorteile, die eine Handpumpe bietet. Das Wichtigste ist hierbei für die meisten Mütter die größere Freiheit, da sie nicht zwangsläufig für die Fütterungen ihres Babys anwesend sein müssen und es dennoch mit Muttermilch versorgen können. Auch Reisen ohne Baby sind durch vorheriges Abpumpen und Einfrieren der Muttermilch möglich.

Durch Vorratsanlegung können Trennungen auch kurzfristig realisiert werden. Bei Still- oder Laktatproblemen oder wenn der Säugling zu schwach ist, um ausreichend stark zu saugen oder zu wenig trinkt, helfen das Abpumpen und das Zufüttern bei der Entwicklung. Ist die Milchproduktion der Mutter zu schwach, kann ein regelmäßiges, zusätzliches Abpumpen die Milchbildung anregen.

Auch Väter profitieren von der Möglichkeit des Abpumpens, denn durch die elektrische Milchpumpe können die Eltern sich ganz frei entscheiden, wer arbeiten geht und wer zu Hause bei dem Baby bleiben möchte. Auch wenn die Frau arbeiten geht, kann der Vater den Säugling mit der bestmöglichen Nahrung ernähren: mit der Milch der eigenen Mutter.

Die größere Unabhängigkeit von der Mutter gibt auch dem Vater mehr Freiheiten. Er kann beispielsweise allein mit dem Säugling verreisen oder längere Spaziergänge/Ausflüge unternehmen, ohne dass er dafür auf Fertignahrung zurückgreifen muss. Zudem wird die Bindung zwischen Vater und Kind gestärkt, wenn auch der Vater sein Kind füttern kann.

Viele Väter fühlen sich ausgeschlossen, wenn die Fütterung ausschließlich in Händen der Mutter liegt.
Die moderne elektrische Milchpumpe wird aus hautverträglichem, lebensmittelechten und allergenfreien Materialien hergestellt und ist damit von jeder Mutter ohne Probleme verwendbar.

Nachteile elektrischer Milchpumpen

Eine elektrische Milchpumpe ist meistens teurer als eine Handmilchpumpe und benötigt Strom in Form von einer Steckdose oder Batterien bzw. einem aufgeladenen Akku. Im Gegensatz zur direkten Brustfütterung entsteht ein höherer Zeitaufwand durch die Reinigung und Pflege für die elektrische Milchpumpe.

Wird ein Säugling ausschließlich mit abgepumpter Muttermilch versorgt, fehlt ihm der für die Entwicklung wichtige Hautkontakt mit der Mutter. Daher sollte abgewogen werden, ob eine Brustfütterung wirklich unmöglich ist oder nicht. Eine elektrische Milchpumpe ist ein wunderbares Hilfsmittel, sollte das Stillen aber nicht dauerhaft ersetzen.

Wird ein Säugling häufiger mit der Flasche gefüttert, gewöhnt er sich an das leichtere Saugen und die größere Milchmenge, die durch den Nuckel dringt. Dann kann es vorkommen, dass er in Zukunft die Brust verweigert, da er sich dort deutlich mehr anstrengen muss, um an die Milch zu kommen. Abhilfe schaffen spezielle Flaschenaufsätze, durch die der Säugling ansatzweise die gleiche Kraft aufwenden muss, um an die Milch zu gelangen, und die eine ähnliche Form wie eine natürliche Brustwarze haben.

Am Anfang kann es bei frischgebackenen Müttern zu Problemen mit der Handhabung kommen. Dies kann die Mutter verunsichern und Aversionen gegen die elektrische Milchpumpe entstehen lassen. Sobald die Handhabung geübt ist, wird das Abpumpen durch die elektrische Milchpumpe aber klappen und für die Mutter weitgehend stressfrei sein.

Führende Hersteller

Medela

Der bekannteste und beliebteste Hersteller von elektrischen Milchpumpen ist Medela. Er bietet eine ganze Reihe verschiedener Milchpumpen an, die jeweils ihre speziellen Vorzüge aufweisen. Viele Mütter werden die elektrische Milchpumpe Medela Symphony bereits aus dem Krankenhaus kennen, da diese dort als Mehrbenutzermilchpumpe im Einsatz ist.

Die elektrische Milchpumpe Freestyle Doppelpumpe ist extrem leicht und klein. Sie kann mit einem Clip an der Kleidung befestigt werden und ermöglicht es der Mutter damit, sich während des Abpumpvorgangs anderweitig zu beschäftigen oder auch der Hausarbeit nachzugehen bzw. unterwegs abzupumpen.

Das macht diese elektrische Milchpumpe ideal für vielbeschäftigte Mütter, die mehrmals täglich oder ausschließlich abpumpen. Die Tasten sind beleuchtet und ermöglichen so ein problemloses Abpumpen bei Dunkelheit. Als Besonderheit hat diese elektrische Milchpumpe eine Speicherfunktion, sodass die Mutter das für sie optimale Vakuum einstellen und immer wieder problemlos aufrufen kann.

Die elektrische Milchpumpe Medela Freestyle bietet eine 2-Phasen-Saugtechnologie mit Stimulations- und Abpumpphase und besitzt Akkus, damit unabhängig vom Stromnetz jederzeit abgepumpt werden kann.
Die Medela Swing und die Medela Swing maxi unterscheiden sich maßgeblich nur dadurch, dass die Swing maxi eine Doppelmilchpumpe ist und die Swing lediglich einseitig. Die Swing maxi ist sehr effektiv und für eine häufige Anwendung ausgelegt.

Sie lässt sich leicht zusammensetzen und simpel bedienen und hat eine 2-Phasen-Saugtechnologie. Diese elektrische Milchpumpe besitzt jedoch keinen Akku und kann auch nicht an der Kleidung befestigt werden.

Von Medela gibt es zusätzlich das Medela Easy Expression Bustier, welches ein freihändiges Abpumpen auch mit Pumpen ohne Clip-Vorrichtung ermöglicht.

Lansinoh

Die elektrische Milchpumpe von Lansinoh besitzt zwei Saugzyklenstufen. Mit der Stimulationsstufe wird der Milchfluss angeregt und die Brust vorbereitet und mit der zweiten Stufe wird effektiv abgepumpt. Die Saugstärke ist bei diesem Hersteller mit 6 Stufen individuell regulierbar und einfach mit den +/- Tasten zu bedienen. Der Saugaufsatz besteht aus weichem Silikon, der sich der Brust perfekt anpassen kann und für einen guten Halt sorgt.

Die elektrische Milchpumpe von Lansinoh ist leise, klein und handlich und damit auch für unterwegs und den Arbeitsplatz gut geeignet. Es verfügt zudem über Netz- oder Batteriebetrieb. Die Mutter ist somit unabhängig von einer eventuell nicht verfügbaren Steckdose.

Die Pumpenteile sind für die Geschirrspülmaschine und für Sterilisatoren geeignet und können so unkompliziert und gründlich gereinigt werden. Alle Teile sind BPA/BPS frei.
Die elektrische Milchpumpe von Lansinoh liegt im unteren Preissegment.

Beurer

Die elektrische Milchpumpe von Beurer bietet ein 10-stüfiges Saugzyklussystem und ebenfalls 10 Abpumpstufen und macht sie für Mütter damit sehr komfortabel einsetzbar. Außerdem besitzen einige der Modelle von Beurer eine Speicherfunktion, mit der der individuell am angenehmsten empfundenen Modus gespeichert werden kann, sowie ein beleuchtetes Display, was nächtliches Abpumpen leicht macht.

Philips

Die elektrische Milchpumpe Philips Avent besitzt einen Stimulationsmodus und drei verschiedene Abpumpeinstellungen. Die Saugglocke als Massagekissen soll den Milchfluss während des Abpumpens anregen.

Ardo

Die elektrische Milchpumpe Calypso von Ardo ist für Mütter, die am Arbeitsplatz abpumpen müssen, besonders geeignet. Sie ist leicht und einfach zu bedienen und zudem extrem leise. Daher ist ein diskretes Abpumpen mit diesem Modell besonders leicht. Saugstärke und Saugrhythmus sind individuell einstellbar und nicht korreliert.

NUK

Die elektrische Milchpumpe Luna von NUK bietet zwei Saugphasen und zusätzlich eine stufenlos einstellbare Saugstärke. Die Brustglocke besteht aus einem sehr weichen Silikonkissen, das mit Noppen versehen ist, um die Brust während des Abpumpens zu massieren. Als Besonderheit ist diese elektrische Milchpumpe nicht nur mit einem normalen Netzteil und Batteriebetrieb ausgestattet, sondern bringt zudem einen Wechselstecker mit, sodass sie weltweit verwendet werden kann. Der mitgelieferte Milchbehälter ist einfrierbar, sodass die Milch dafür nicht umgeschüttet werden muss.

 

Kriterien für eine gute elektrische Milchpumpe

Beim Kauf einer elektrischen Milchpumpe sollte auf die Qualität geachtet werden. Eine gute elektrische Milchpumpe zeichnet sich durch einfache Bedienbarkeit, leichte Reinigung und eine hohe Variabilität in den Einstellungen aus. Im Folgenden werden alle Punkte näher beleuchtet:

 

  • Eine gute elektrische Milchpumpe simuliert den Saugrhythmus eines Säuglings, der bei einem Saugdruck von 50 – 230 mmHg je nach Saugzeit unterschiedlich viele Saugzyklen in der Minute durchführt. Je dichter der Saugrhythmus und -druck sich an dem Vorbild des Säuglings orientiert, umso angenehmer und effektiver ist das Abpumpen. Eine gute elektrische Milchpumpe hat daher mindestens zwei Saugzyklenphasen im Angebot:

 

  • Eine zur Stimulation des Milchflusses und eine zum effektiven Abpumpen. Die Milch fließt besser und schneller und die Menge, die abgepumpt werden kann, wird gesteigert. Ausschließlich eine niedrigere Saugzyklenphase ist daher ein Punkt, der gegen die entsprechende Pumpe spricht, denn dies kann auf Dauer und bei häufigerem Gebrauch für die Mutter schmerzhaft werden. Der Abpumpvorgang verlängert sich und die Brustwarze wird strapaziert und geringer stimuliert, sodass auch der Milchfluss weniger angeregt wird.

 

  • Eine gute elektrische Milchpumpe ist leicht zu reinigen und im Optimalfall komplett wischdesinfizierbar, sodass sie nicht langwierig ausgekocht werden muss. Für eine Dampfreinigung oder ein Auskochen ist sie einfach zu demontieren und genauso leicht wieder zusammenzubauen.

 

  • Die Brustglocke bei einer hochwertigen Milchpumpe ist weich und anschmiegsam. Sie lässt sich perfekt aufsetzen und scheuert oder drückt nicht. Ist das Material zu hart, kann es zu Reizungen und Entzündungen der Brustwarze kommen.

 

  • Die elektrische Milchpumpe sollte individuell steuerbar sein und der Mutter ein leichtes Einstellen der Zyklen und Saugstärke ermöglichen. Dabei muss die elektrische Milchpumpe mit einer Hand bedienbar sein. Verschiedene Brustglockengrößen, die mitgeliefert werden, erleichtern bei einigen Modellen die Verwendung.

 

  • Eine gute elektrische Milchpumpe ist transportabel und verfügt über Netzkabel und Batteriebetrieb bzw. einen Akku. Optimalerweise wird eine Transporttasche mit Zubehör für die elektrische Milchpumpe beim Kauf mitgeliefert. Es gibt jedoch auch saugstarke, sehr gute Milchpumpen, die zu groß für einen Transport sind und daher überwiegend daheim verwendet werden können. Hier muss abgewogen werden, was wichtiger ist: die Saugstärke oder die Möglichkeit des Abpumpens auch unterwegs.

 

  • Die geringe Lautstärke ist bei guten Milchpumpen ein weiteres Plus. Sie sind so geräuscharm, dass sie auch am Arbeitsplatz verwendet werden können und nachts niemanden aufwecken.

 

  • Preislich liegt eine gute elektrische Milchpumpe circa bei 130 € und aufwärts. Doppelmilchpumpen können deutlich teurer sein. Billige Milchpumpen um die 50 € herum können die wichtigen Kriterien meistens nicht einhalten. Natürlich gibt es auch Modelle in deutlich höherem Preissegment bis zu über 1000 € je elektrische Milchpumpe, die ein Plus an Komfort oder zusätzlich ausgebaute Steuerbarkeit bieten.

Fazit

Eine elektrische Milchpumpe ist ein wunderbares Werkzeug, um ständig die Versorgung des Säuglings mit Muttermilch zu gewährleisten. Auch wenn die Mutter einmal Medikamente nehmen muss oder eine längere Trennung von dem Säugling ansteht, kann das Kind weiter seine gewohnte Nahrung bekommen.

Die Nachteile, die sich durch die elektrische Milchpumpe ergeben, werden durch die vielen Vorteile mehr als wettgemacht. Tatsächlich kann die elektrische Milchpumpe der Mutter helfen, gesund zu bleiben und sogar mehr Milch zu geben.Gerade bei Frühchen, die noch nicht sofort aus dem Krankenhaus mit nach Hause dürfen, hat sich der Einsatz der Milchpumpe bewährt, da so der Milchfluss angeregt und aufrechterhalten wird, bis das Baby mit nach Hause darf.

Die heutigen Milchpumpen sind überwiegend klein und leicht und können überall mit hin genommen werden. Größere Geräte mit höherer Saugleistung gibt es für den Hausgebrauch – ganz nach den Vorlieben der Mutter.

Mutter, Vater und Säugling können von dem Einsatz einer elektrischen Milchpumpe deutlich profitieren und es gibt diverse Modelle verschiedenster Hersteller, sodass für jede Familie das perfekte Modell dabei sein sollte.

Weitere Informationen zu Milchpumpen finden Sie auf Wikipedia